zurück zu praesenzstellen.de

Wissenschaft trifft Wirtschaft - Von KI bis Life Science

02.06.2026 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr 02.06.2026 14:00 Uhr

Die Universität Potsdam und das Life Science Cluster Hennigsdorf laden ein!

Am 02. Juni 2026 öffnet die Universität Potsdam ihre Türen für Unternehmen und Interessierte. Die Veranstaltung wird gemeinsam von Potsdam Transfer (Universität Potsdam), der Präsenzstelle sowie dem Life Science Cluster Hennigsdorf organisiert und bringt Wissenschaft und Wirtschaft in einem offenen Austauschformat zusammen, um erste Anknüpfungspunkte für Zusammenarbeit zu schaffen. Das Programm verbindet kompakte Fachimpulse aus Informatik, Chemie, Biologie/Biochemie und Ernährungswissenschaften mit Einblicken in die Forschungslabore vor Ort sowie Raum für Gespräche und Vernetzung. Neben einer kurzen Vorstellungsrunde haben teilnehmende Unternehmen die Möglichkeit, das eigene Unternehmen bzw. die Institution sowie spezifische Tätigkeitsbereiche oder aktuelle Herausforderungen in einem kurzen Pitch (ca. 3 Minuten) zu präsentieren. So entsteht ein direkter Austausch - mit Anknüpfungspunkten für Unternehmen.

Im November sind die teilnehmenden und weitere interessierte Hennigsdorfer Unternehmen eingeladen, ihre Türen zu öffnen und ihre Arbeit sowie Labore zu präsentieren.


Wann: 02. Juni 2026 | 10:00 - 14:00 Uhr
Wo: Universität Potsdam, Campus Golm, Haus 29, Karl-Liebknecht-Straße 24-25, 14476 Potsdam

Die Anmeldung ist ganz unten auf dieser Seite möglich.


Lernen Sie folgende Wissenschaftler*innen kennen:

Prof. Dr. Torsten Schaub - "KI, die mitdenkt: Lösungen für komplexe Unternehmensentscheidungen"

Torsten Schaub widmet sich der Frage, wie KI Unternehmen dabei unterstützen kann, komplexe Entscheidungen effizient zu treffen. Ob Personalmanagement, Produktionsplanung oder andere organisatorische Abläufe – viele Prozesse sind durch zahlreiche Abhängigkeiten und Rahmenbedingungen geprägt. 

Im Mittelpunkt seines Vortrags steht Answer Set Programming (ASP), ein KI-Ansatz, der sich besonders zur Lösung wissens-intensiver Probleme eignet. Dabei werden die Regeln und Rahmenbedingungen eines Problems beschrieben, während die Berechnung geeigneter Lösungen vollständig automatisiert erfolgt. Der Solver bewertet eine Vielzahl von Möglichkeiten und liefert in Sekunden optimal abgestimmte Ergebnisse. 

In seinem Vortrag zeigt Torsten Schaub, wie Unternehmen von dieser Technologie profitieren können – von Effizienzsteigerungen über eine optimierte Ressourcennutzung bis hin zu verbesserten Planung- und Entscheidungsprozessen. 

ASP gewinnt zunehmend an Bedeutung in industriellen Anwendungsfeldern. Zu den Anwendern zählen unter anderem Daimler, Debian/Ubuntu, Krones, NASA, SBB, Schlumberger und Siemens.

 

Prof. Dr. Torsten Schaub leitet das Fachgebiet für Wissensverarbeitung und Informationssysteme am Institut für Informatik und Computational Science mit einem Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz. Neben der Forschung und Lehre gründete er Potassco Solutions, ein Unternehmen, das KI-basierte Lösungen für komplexe Optimierungsprobleme entwickelt.

Prof. Dr. Maria Maares - „Metalloglykobiologie und ihre Bedeutung für die moderne Gesundheits- und Lebensmittelindustrie“

Prof. Dr. Maria Maares Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der (instrumentellen) Metall- und Glycananalytik, der Rolle von essentiellen Spurenelementen, wie Zink und Selen, für die (intestinale) Mukusbildung sowie bioökonomischen Fragestellungen besonders bezüglich der Generierung von Protein- und Spurenelementreichen Lebensmitteln. 

Ein Zinkmangel kann beispielsweise das Immunsystem schwächen und das Infektionsrisiko erhöhen und so zu global relevanten Gesundheitsproblemen führen. Prof. Maares nutzt moderne Methoden, um Zink-abhängige Prozesse im menschlichen Glycome zu untersuchen und zu verstehen. Ihre Forschung bringt neue Ansätze sowohl für Diagnostik und Therapie als auch für die innovative Entwicklung neuer Lebensmittel hervor. 

Ein weiterer Bereich ihrer Arbeit beschäftigt sich mit Muzinen, stark glykosylierten Proteinen, die unter anderem als Biomarker für verschiedene Erkrankungen an Bedeutung gewinnen. Im Rahmen ihrer jüngsten Publikation hat Prof. Maares einen Zusammenhang zwischen Endometriose und der Expression von Muzinen gezeigt, was neue Wege für Diagnose- und Behandlungsoptionen eröffnet. 

Die Einblicke in die Forschung und Labore von Prof. Maares bietet nicht nur wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern auch die Chance, innovative Ansätze in der Diagnostik und Therapie oder der Lebensmittelindustrie gemeinsam weiterzuentwickeln. 

Methodenspektrum
   -  In-vitro Zell- und Testmodelle 
   -  Muzin- und Glycananalytik 
   -  Element- und Metallanalytik 
   -  Massenspektrometrie 
   -  Fluoreszenzmikroskopie
   -  HPLC
 

Prof. Dr. Maria Maares ist Leiterin des Fachgebiets Lebensmittelchemie am Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Potsdam. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Metalloglykobiologie, einem Forschungsbereich, der sich mit der Rolle von Spurenelementen wie Zink und Selen im Glycome befasst.

Dr. Ulrich Glebe - "Neue Polymertechnologien zur Stabilisierung von Proteintherapeutika: Potenziale für die pharmazeutische Industrie“

Die Forschung von Ulrich Glebe und seinem Team liegt an der Schnittstelle zwischen Chemie und Biologie. Sie befassen sich mit verschiedenen Aspekten der Synthese, Charakterisierung und Anwendung von Peptid/Protein-Polymer-Konjugaten.

Ein Ziel ist es, die Immunogenität von Protein-Therapeutika zu reduzieren und ihre Verweildauer im Blut zu verlängern. Seit den 1970er Jahren wird beispielsweise standardmäßig Polyethylenglykol (PEG) zur Stabilisierung therapeutischer Proteine verwendet, mit zahlreichen Nachteilen, wie wachsende Immunreaktionen gegen das PEG selbst und fehlende Abbaubarkeit. Ulrich Glebe nutzt innovative Polymere, die PEG ersetzen können, um therapeutische Proteine zu stabilisieren und Immunreaktionen zu minimieren. Der Fokus liegt dabei auf ortsspezifischen Methoden zur Polymerkonjugation und dem größtmöglichen Erhalt der Proteinfunktionalität. So wird beispielsweise in Kooperation mit anderen Gruppen in Potsdam untersucht, inwiefern die Anbindung von Polymeren einen Einfluss auf die Struktur eines Proteins hat. Die Forschung ermöglicht auch Anwendungen in der Krebstherapie und Vireninaktivierung. 

Weitere Anwendungsfelder seiner Forschung sind die Stabilisierung und Wiederverwendbarkeit von Enzymen sowie die Behandlung von Abwasser zur Inaktivierung von Antibiotika oder zur Rückgewinnung seltener Elemente wie Lanthaniden. In seinem Impulsvortrag und der anschließenden Diskussion möchte Ulrich Glebe mit Teilnehmenden über seine Arbeit und Projekte in den Austausch gehen.  

Methodenspektrum:
   -  Synthese, Assemblierung und Charakterisierung von Polymeren
   -  Protein-Polymer-Hybridmaterialien
   -  Festphasen-Peptidsynthese
   -  Enzym-vermittelte Ligatione

Dr. Ulrich Glebe wird seit Februar 2024 durch das Heisenberg-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und leitet die Arbeitsgruppe Biohybride Materialien an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Synthese von Protein-Polymer-Konjugaten und biohybriden Materialien für Anwendungen in der Bioökonomie und Biomedizin.

Dr. Anja Thalhammer - "Intrinsisch unstrukturierte Proteine zur Stabilisation von Biomolekülen bei Wassermangel"

Dr. Anja Thalhammer erforscht strukturelle Eigenschaften und Interaktionen von intrinsisch unstrukturierten Proteinen. Sie konzentriert sich insbesondere auf LEA (late embryogenesis abundant)-Proteine. LEA-Proteine sind entscheidend für die Trockentoleranz von Pflanzen, wirken als Stabilisatoren für Proteine, Membranen und Nukleinsäuren und schützen diese unter Stressbedingungen wie Dehydrierung und Gefrieren. 

Dr. Thalhammer möchte das Potenzial der LEA-Proteine sowohl für die Entwicklung stresstoleranter Pflanzen als auch für ihre Anwendung als Exzipienten in pharmazeutischen Formulierungen verstehen und nutzen. Im Rahmen dieser Veranstaltung gibt sie Einblicke in die Labore der Arbeitsgruppe Physikalische Biochemie von Prof. Salvatore Chiantia und geht bei einer Posterpräsentation in den Austausch mit den Teilnehmenden über die Möglichkeiten der LEA-Proteine für Landwirtschaft und Pharmakologie. 

Methodenspektrum
   -  Klonierung
   -  Expression und Reinigung rekombinanter Proteine/ Peptide (FPLC, HPLC)
   -  Hochsensitive Lichtstreuanlage (SLS, DLS)
   -  UV-, CD-, FTIR- und Fluoreszenzspektroskopie
   -  Fluoreszenzmikroskopie

Dr. Anja Thalhammer ist Projektleiterin in der Arbeitsgruppe Physikalische Biochemie der Universität Potsdam. Ihre Forschung zielt darauf ab, die dynamischen strukturellen Eigenschaften intrinsisch ungefalteter Proteine sowie deren Beitrag zu stabilisierenden Effekten zu charakterisieren.

Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung


Anmeldung Transferfrühstück
Teilnehmerdaten
Mit einem Sternchen (*) gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.