Dr. Pasquale Ferrara
Universität Potsdam
Der Hochschulhappen im Rahmen der Brandenburgischen Frauenwoche verspricht einen Abend, der patriarchale Erzählungen entlarvt, neue Perspektiven eröffnet und dazu einlädt, Verantwortung zu übernehmen. Die Referent*innen beleuchten historische wie aktuelle Gewaltstrukturen gegen Frauen und zeigen auf, wie wir ihnen heute begegnen können. Im Anschluss an die Vorträge besteht Zeit für Austausch, Fragen und gemeinsame Diskussion.
Dr. Pasquale Ferrara | Universität Potsdam
Gewalt gegen Frauen im Mythos: ein altes Erbe eines aktuellen Problems
Der griechisch-römische Mythos ist eine große Erzählung, die jede Generation fasziniert und auch heute noch im Alltag der (nicht nur) westlichen Welt präsent ist – vom Kino über Romane und Fernsehserien bis hin zu Comics. Aus diesem umfangreichen und vielschichtigen Erzählgeflecht gehen jedoch Geschichten verbaler, psychologischer und sexueller Gewalt hervor, die aus einer zutiefst frauenfeindlichen Perspektive erzählt werden. Es handelt sich um Gewalt gegen Frauen, die von Männern erzählt wird und immer noch – in den Medien wie in der Politik – als Legitimation des Patriarchats sowie als Mittel zum Angriff und zur Verurteilung von Frauen dient. Pandora, Quelle allen Übels; Medusa, das Monster; Dido, wahnsinnig und verlassen – sind nur einige der zahlreichen antiken Figuren, die auch heute noch als Maßstab dienen, um Frauen zu beurteilen und/oder herabzuwürdigen: Symbole des Andersseins, weil die Frau, in der misogynen Sichtweise, als „anders“ als der Mann gilt. Es handelt sich also um ein altes Erbe eines noch immer aktuellen Problems. Ein narratives Erbe, das nicht ausgelöscht, sondern kritisch hinterfragt, kontextualisiert und genutzt werden sollte, um Männern nicht zu lehren, was sie zu tun befugt sind, sondern was sie zu unterlassen haben.
Prof. Dr. Dorothee Dienstbühl | Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg
#how to support - Wie wir von Gewalt betroffene Frauen besser unterstützen können
Jede Frau kann von Gewalt betroffen sein - jede. Egal, ob sie auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen ist, ob sie eine resolute Führungskraft ist, ob sie jung oder alt ist. Und jede Frau hat ihre Geschichte. Was können wir tun, um die Betroffen besser zu unterstützen? So einiges. Darum soll es in dem Vortrag gehen: Wir warten nicht auf Veränderungen - wir führen sie dort herbei, wo wir sind.
Wo? Stadtbibliothek Oranienburg, Schloßplatz 2, 16515 Oranienburg
Wann? 19. März 2026 | 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr)
Die Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung wird im Februar an dieser Stelle freigeschalten.
Universität Potsdam
Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg